Gandhi        

 

Gandhi, Mohandas Karamchand, genannt Mahatma, (1869-1948), Führer der  
indischen Unabhängigkeitsbewegung und Verfechter des gewaltlosen Widerstands  
zur Durchsetzung politischer Ziele.
 
Gandhi wurde am 2. Oktober 1869 in Porbandar im heutigen Bundesstaat Gujarat
geboren, studierte in London Jura und ließ sich 1891 in Bombay als Anwalt nieder.
1893 ging er als Rechtsberater einer indischen Firma nach Durban in der britischen
Kronkolonie Natal in Südafrika, wo er sich als Angehöriger einer "niederen Rasse"
behandelt sah. Empört darüber, nahm er unverzüglich den Kampf für die Grundrechte
der Inder in Südafrika auf.
   
1914 kehrte Gandhi nach Indien zurück und übernahm die Führung in einem schwierigen
Konflikt: dem Kampf der Inder für die Selbstverwaltung. Eine Demonstration in
Amritsar gegen die Rowlatt Acts endete 1919 mit einem Massaker an Indern durch die
britische Soldaten. Da die britische Regierung keine Anstalten machte, den Indern
politisch entgegenzukommen, rief Gandhi 1920 zu einer Kampagne der Asahayoga
( Nichtbeteiligung ) auf. Inder im Staatsdienst quittierten den Dienst, Regierungsbe-
hörden, z.B. Gerichtshöfe, wurden boykottiert und indische Kinder wurden von den
staatlichen Schulen genommen. Im ganzen Land blockierten Inder mit Sitzstreiks die
Straßen und weigerten sich selbst nach Gewaltanwendung seitens der Polizei, aufzu-
stehen und die Straße freizumachen. Gandhi wurde verhaftet, aber schnell wieder frei-
gelassen.
Gandhi wurde in seinem Leben desöfteren verhaftet und wieder freigelassen.
1921 übertrug der Indian National Congress (INC), der Vorkämpfer der Unabhängig-
keitsbewegung, Gandhi weit reichende Vollmachten.
     
1934 trat gandhi vom Vorsitz des INC zurück, sein Nachfolger wurde Jawaharlal Nehru.
1944 trat der indische Unabhängigkeitskampf in seine entscheidene Phase: es wurde
sich darauf geeinigt das Indien geteilt wird. 1947 entstanden die beiden unabhängigen
Staaten Indien und Pakistan. Während der Unruhen, die nach der Teilung Indiens aus-
brachen, appellierte Gandhi an Hindus und Muslime, friedlich zusammenzuleben. Eine
Welle der Gewalt erfasste auch Kalkutta, eine der größten Städte Indiens, und Gandhi
fastete, bis sich die Unruhen legten. Am 30. Januar 1948 wurde Gandhi auf dem Weg
zu seiner abendlichen Gebetsversammlung von Nathuram Godse, einem fanatischen
Hindu, ermordet.
 
 
Filmtip : Gandhi, ca. 180min., hat mehrere Oscars erhalten
     
   

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